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1. Allgemeine Beschreibung
Der Schwanenhals ist eine elegante Feder aus Stahl, die ausschließlich für Uhren mit einer Spiraleflach und von einem gewissen gehobenen Niveau. Seinen Namen verdankt er seiner besonderen Form. Der Schwanenhals wird auf die Oberseite des Unruhkloben (Brücke der Unruh) geschraubt und „umschließt“ den Rückerschwanz. Technisch gesehen erfüllt der Schwanenhals eine doppelte Funktion. Er ermöglicht es, den Rücker gegen den Anschlag zu drücken, der durch die dem Schwanenhals zugeordnete Mikrometerschraube gebildet wird. So bleibt die von der Uhrmacherin oder dem Uhrmacher vorgenommene Regulierung stets erhalten und läuft nicht Gefahr, durch einen Stoß verändert zu werden. Die Kombination aus Schwanenhals und Mikrometerschraube ermöglicht es, eine wesentlich feinere Regulierung zu erreichen und beizubehalten als mit einem herkömmlichen System ohne das Tandem aus Schwanenhals und Mikrometerschraube.
Abbildung 1
Plan eines Schwanenhalses
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Abbildung 2
Zusammengebauter Schwanenhals (Zusammenspiel von Rücker und Mikrometerschraube)
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2. Geschichte
Es ist schwierig, die Erfindung des Schwanenhals einer bestimmten Person zuzuschreiben und ihr Erscheinen zu datieren. Offensichtlich ist sie später als die Erfindung der Unruh–Spirale durch Christian Huygens im Jahr 1675. Es scheint, dass der Schwanenhals entstand, während sich die Chronometrie im 19. Jahrhundert erheblich weiterentwickelte. Solche Mechanismen bestehen bis heute in der traditionellen hochwertigen Uhrmacherei fort; dennoch wurden seither ähnliche Mechanismen entwickelt (z. B. ein Rücker mit zwei Armen, der reguliert und durch einen Exzenterstift in seiner Position gehalten wird). Solche Systeme ermöglichen es, in rein technischer und funktionaler Hinsicht das gleiche Ergebnisniveau zu erzielen, bei geringeren Produktionskosten. Sie bieten jedoch schlichtweg nicht dieselbe Ästhetik noch dieselbe Poesie wie ein fein anglierter.
3. Handwerkliche Herstellung eines Schwanenhalses
Der Uhrmacher, die Uhrmacherin beginnt mit der handwerklichen Herstellung eines Schwanenhalses, indem er dessen Profil mit einer Reissnadel auf der Oberfläche einer Platte ausStahl von einer Dicke, die etwas grösser ist als die des fertigen Bauteils, aufzeichnet. Anschliessend markiert er die verschiedenen Bohrungen (die Schrauben und die Füsse). Danach schneidet er den Umriss der Feder vorsichtig mit einer Laubsäge aus. Die Flanken der Feder werden anschliessend gefeilt, um sie auf ihre endgültige Dicke zu bringen, wobei ihre Form absolut respektiert wird. Der Absatz und die Klinge der Feder werden anschliessend Angliert und mit den üblichen Werkzeugen poliert (Feilen, Cabron, Politur). Diese Arbeiten sind aufgrund der Länge, der Feinheit und der Form der Klinge des Schwanenhalses besonders heikel. Gemäß den Regeln der Kunst zieht der Handwerker anschließend die Linien der Flanken des Teils aus (Satinierung) und der winzigen Fläche, die auf der Oberseite der Feder verbleibt.
Die Wärmebehandlungen und die anschließenden Weißglühvorgänge sind aufgrund der Länge, der Form und der Feinheit der Feder ebenfalls besonders heikel. Die Tatsache, dass der Schwanenhals optional ist, sein handwerklicher Charakter und somit die Zeit und die Kosten, die er erfordert, machen ihn zu einer Komponente, die Uhren eines bestimmten Niveaus (an Qualität und Preis) vorbehalten ist.
4. Handwerkliche Verzierung eines Schwanenhalses
5. Halbindustrielle Produktion eines Schwanenhalses
Um die Produktionskosten eines Einzelstücks oder einer kleinen Serie von Komponenten zu optimieren, wird die Elektroerosion erweist sich als besonders interessant. Die Einrichtungskosten und die Maschinenlaufzeit bleiben relativ gering und sind für kleine Produktionsmengen geeignet. Zudem ermöglicht diese Technologie das Schneiden komplexer und feiner Profile, wie jener des Schwanenhalses, ohne dass während der Herstellung mechanische Belastungen auf das Bauteil einwirken. Im Vergleich zur handwerklichen Methode bietet der Schnitt durch Elektroerosion eine erhebliche Zeitersparnis mit positiven Auswirkungen auf die Schritte der Verzierung. Das Ende des Herstellungs- und Verzierungsprozesses ähnelt der handwerklichen Methode. Im Allgemeinen sind die Herstellungskosten eines Schwanenhalses so hoch, dass er ausschliesslich für Prestigeuhren (Spitzenklasse) verwendet wird. Die dabei angebrachten Finissierungen gehören daher meist zur handwerklichen Haute Horlogerie.
6. Industrielle Herstellung eines Schwanenhalses
Eine Grossserienproduktion rechtfertigt die Investition in ein Stanzwerkzeug (Prägewerkzeug), um Schwanenhälse zu optimalen Kosten herzustellen. Das erweiterte Profilkontur wird so direkt in ein Band ausStahl mit einer Dicke, die etwas größer ist als die des fertigen Bauteils, mittels einer Stanzpresse hergestellt. Manuelle Arbeitsschritte bleiben jedoch unumgänglich. So müssen die Füße ausgeschlagen werden, um die Positionierung auf dem Unruhkloben zu ermöglichen, die Feder auf ihre endgültigen Maße (Profil und Dicke) gebracht werden, während ihr die gewünschten Fertigstellungen und Verzierungen verliehen werden (Satinierung, Anglieren, usw.).
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