AUSREIBEN
Das Ausreiben ist die Tätigkeit des Reibens, d. h. der präzisen Bearbeitung der Innenfläche einer Bohrung, eines Rohrs oder eines anderen hohlen Werkstücks, die üblicherweise vorher durch Bohren vorgearbeitet wurde. Im Gegensatz zum Bohren, das die Öffnung erzeugt, zielt das Ausreiben auf die Maßgenauigkeit, die geometrische Regelmäßigkeit und die Qualität der Innenoberfläche ab, wobei genormte Toleranzen eingehalten werden – die IT-Qualitäten der ISO-Norm, die mit einer geraden Reibahle etwa Qualität 8 und mit einer Schrauben- (in Zus.) Reibahle etwa Qualität 7 erreichen lassen. Es wird mit an ihrem Umfang schneidenden Werkzeugen ausgeführt, die man Reibahlen nennt, die schwimmend in einem Spannfutter auf Werkzeugmaschinen (Drehbank, Fräsmaschine, Ausreibmaschine) montiert oder von Hand verwendet werden. In der Uhrmacherei kommt das Ausreiben überall dort zum Einsatz, wo eine präzise Passung erforderlich ist: Steinlagerungen vor dem Fassen, Zapfenlager für Werkrohre, Löcher für Achsen oder Stangen. Die Präzision dieses Arbeitsschritts bestimmt unmittelbar das Funktionsspiel und die Haltbarkeit der Baugruppen: Ein zu weites Ausreiben führt zu Spiel, Vibrationen und vorzeitigem Verschleiß, während ein zu enges Ausreiben die Montage verhindert oder zum Fressen der beweglichen Teile führt.
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