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1. Allgemeine Beschreibung

Der Zeiger ist ein Anzeiger, dessen Spitze kreisförmig (z. B. der Minutenzeiger), linear oder zufällig (z. B. der Zeiger der Gangreserveanzeige) über die ihm zugeordnete Skala läuft, die meist auf der Oberfläche des Zifferblatts aufgedruckt ist.

Obwohl sie aus verschiedenen Materialien, die Zeiger sind im Allgemeinen aus Metall (Messing, Gold, Stahl, Aluminium…). Je nach gewähltem Herstellungsverfahren, ihrer Form, ihrer Funktion oder ihrer Komplexität können die Zeiger aus einem, zwei oder sogar mehr Teilen gefertigt werden.

Der Zeiger wird auf dem Mobil befestigt, das ihn über sein Rohr (Röhrchen) antreibt, das im Kraftsitz (fetter Sitz) auf das Ende des Zapfens des Mobils oder auf das Rohr eines Rades oder eines Triebs aufgepresst wird (Minutenzeiger auf dem Minutenrohr, Stundenzeiger auf dem Stundenrad). Das gestanzte oder aufgesetzte Zeigerrohr trägt die Zeigerplatte, deren Spitze auf den angezeigten Wert weist. In manchen Fällen, und um die Funktion der Uhr zu optimieren, ist der Zeiger mit einem Gegengewicht versehen.

Eine grosse Anzahl von Finissierungen können auf die Zeiger angewendet werden, wie Feinschliff, Politur, Satinierung, Sandstrahlen usw. Die Zeiger können auch teilweise oder vollständig lackiert werden oder durch galvanische Verfahren oder durch Gasphasenabscheidung (PVD, DLC, CVD usw.) farblich gestaltet werden. Für eine nächtliche Ablesung kann der Zeiger mit einem photolumineszierenden Material (Superluminova) versehen werden.

2. Geschichte

Als die ersten mechanischen Uhren Ende des 13.Jahrhunderts auftauchten, verfügten sie weder über Zifferblatt noch Zeiger. Diese Uhren beschränken sich zunächst darauf, eine bestimmte Stunde des Tages zu schlagen, dann, ab Beginn des 14. Jahrhunderts, die 24 Stunden des Tages. Es ist zu Beginn des 15. Jahrhunderts, dass die ersten Zifferblätter mit einem einzigen Stundenzeiger erscheinen. Die mechanische Uhrmacherei macht dann rasche Fortschritte. Die 24-Stunden-Zifferblätter weichen dann übersichtlicheren 12-Stunden-Zifferblättern. Als Christiaan Huygens Mitte des 17.. Jahrhunderts die Theorie des Pendels vollendet, verbessert sich die Genauigkeit der Uhren erheblich, und schon bald erscheinen die ersten Minutenzeiger.

Reiseuhren und Taschenuhren werden diese Art der Anzeige ganz natürlich übernehmen. Der Stil und die Form der Zeiger werden sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickeln und liefern häufig wertvolle Hinweise auf die Herstellungsperiode der Uhren, die sie antreiben. Man muss bis zum Beginn des 20.e Jahrhundert, bis der Zeiger seine bedeutendste Entwicklung durch die Anwendung radiolumineszenter Materie (Radium) erfuhr. Die starke Radioaktivität dieses Materials und ihre Gefahren waren bereits ab 1920 bekannt (Radium-Girls-Affäre). In der Schweiz wurde ihre Verwendung jedoch erst 1963 verboten. Radium wurde daraufhin durch Tritium ersetzt, dessen Radioaktivität für den Menschen keine Gefahr darstellt, dessen lumineszierende Eigenschaften jedoch tatsächlich geringer sind als die von Radium. Erst ab 1994, mit der Erfindung von LumiNova, wurden die radiolumineszenten Materialien durch photolumineszente Materialien ersetzt. LumiNova gibt per Definition das Licht, dem es ausgesetzt war, wie ein Akkumulator wieder ab. Seine nächtliche Leuchtkraft ist daher zeitlich begrenzt. Ihre Leuchtintensität ist jedoch hoch und nimmt seit ihrer Erfindung stetig zu.

3. Halbindustrielle Herstellung von Zeigern

Eine Alternative zu den handwerklichen und industriellen Methoden, die besonders für Kleinserien oder Zeiger mit komplexen Profilen interessant ist, besteht darin, den Zeiger durch Drahterosion zu schneiden. Alle Materialien, die Elektrizität leiten, sind für diese Technik geeignet, die es ermöglicht, mehrere Zeiger im selben Arbeitsgang zu schneiden (Materialüberlagerung). Diese Technik ermöglicht zudem sehr feine und komplexe Schnitte, ohne dass eine mechanische Belastung auf den Zeiger ausgeübt wird, und setzt voraus, dass das Rohr angebracht und anschließend genietet wird. Der geschnittene Zeiger erhält danach seine Veredelungen je nach gewünschtem Ergebnis (Politur, Sandstrahlen, Satinierung usw.) und kann zudem einem Feinschliff unterzogen werden.

Anschließend kann das Rohr auf der Platine genietet werden. Mit Ausnahme der Zeiger aus Gold, erhält der Zeiger anschließend seine Farbgebung. Je nach gewünschtem Ergebnis kann die Farbgebung durch Lackieren, durch galvanische Behandlung, durch Eloxieren (Anodisation) (für Aluminium) oder durch Gasphasenabscheidung (PVD, DLC, CVD usw.) erzielt werden. Bei Bedarf wird anschließend die Leuchtmasse von der Unterseite des Zeigers her aufgetragen. Die Leuchtpaste füllt durch Kapillarität die dafür beim ersten Ausschneidevorgang angebrachte Öffnung. Schließlich werden an jedem Zeiger Maß- und Sichtkontrollen durchgeführt, bevor er für den endgültigen Zusammenbau der Uhr konfektioniert werden kann.

4. Industrielle Herstellung von Zeigern

Das Material in seiner Grundform liegt als Band vor, dessen Dicke geringfügig größer ist als die endgültige Dicke der Zeigerplatte.

Prägen des Rohrs
Der erste Schritt besteht darin, das Rohr durch Prägen zu formen, wenn es nicht angesetzt ist. Für Zeiger, die mit Leuchtmasse versehen werden sollen, oder für durchbrochene (oder skelettierte) Zeiger wird ein erster Schnitt der Durchbrechung mittels einer Unruh-Presse und Schneidwerkzeugen (Matrize und Stempel) durchgeführt.

Stanzen des Zeigers
Der nächste Schritt besteht darin, die Außenkontur nach demselben Verfahren zu schneiden.

Feinschliff und Politur der Zeigerplatte
Die Oberseite der Platte wird anschließend feingeschliffen, um ihr die endgültige Form (flach, gerundet oder facettiert) zu geben und ihr ein poliertes Aussehen zu verleihen. Weitere Veredelungsschritte können folgen, wie zum Beispiel eine Politur fein, ein Satinierung oder ein Sandstrahlen teilweise oder vollständig.

Vernieten des Rohrs (falls verschoben)
Nach diesem Schritt wird das Rohr für Zeiger mit aufgesetztem Rohr (Sekundenzeiger und Zählerzeiger) an der Platine vernietet. Mit Ausnahme der Zeiger aus Gold erhält der Zeiger anschließend seine Farbgebung.

Endbearbeitungen
Je nach gewünschtem Ergebnis kann die Farbgebung durch Bemalen, durch galvanische Behandlung, durch Verarbeitung (Anodisation) (für Aluminium) oder durch physikalische Gasphasenabscheidung (PVD, DLC, CVD usw.) erzielt werden. Bei Bedarf wird anschließend die Leuchtmasse von der Unterseite des Zeigers aufgetragen. Die Leuchtmasse füllt durch Kapillarität das dafür beim ersten Schneidschritt angebrachte Fenster.

Qualitätskontrollen
Schließlich werden an jedem Zeiger Maß- und Sichtkontrollen durchgeführt, bevor er für den Zusammenbau der Uhr verpackt werden kann.

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