REIBAHLE

Die Reibahle ist ein Schneidwerkzeug, das zum Ausreiben bestimmt ist, das heißt zum Erweitern und präzisen kalibrieren eines bereits vorhandenen Lochs. Von ihrer Form her einem Bohrer vergleichbar, unterscheidet sie sich von diesem durch ihre Schneidweise: Während der Bohrer nur mit seiner Spitze schneidet, schneidet die Reibahle über ihre gesamte Länge mit ihren seitlichen Schneidkanten. Sie erzeugt das Loch also nicht, sondern vervollständigt dessen Durchmesser, Geradheit und Oberflächenbeschaffenheit mit großer Genauigkeit. In zylindrischer oder konischer Form wird sie von Hand mit einem Griff versehen oder an einer Maschine montiert eingesetzt (Bohrmaschine, Drehbank, Fräsmaschine). In der Uhrmacherei dient die Reibahle dazu, die Aufnahmen für Steine, Rohre oder Achsen auf ihr Endmaß zu bringen, wobei die Präzision in Mikrometern gemessen wird. Die Qualität des Ausreibens – also der Reibahle und ihres Schliffs – bestimmt das Spiel und den Halt der zusammengefügten Teile: eine zu weite Aufnahme erzeugt Spiel, eine zu enge verhindert die Montage.

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