Duplex-
Der Begriff Duplex- bezeichnet im Allgemeinen jedes doppelte oder in zwei Zeit ablaufende System. In der Uhrmacherei bezeichnet er vor allem die Duplexhemmung, eine Art vonHemmung mit reibender Ruhe, die um 1700 von Robert Hooke erfunden, von Jean-Baptiste Dutertre und Pierre Le Roy verbessert und schließlich von Thomas Tyrer, der sie 1782 patentieren ließ, endgültig ausgereift wurde. Ihre Originalität liegt in ihrem Ankerrad (Hemmungsrad) mit zwei Zahnreihen — daher sein Name: lange Sperrzähne, die am Umfang angeordnet sind, und kurze Impulszähne, die axial auf der Ebene des Rades aufgerichtet sind. Die Unruh erhält nur bei einer der beiden Halbschwingungen jeder Periode, wobei die andere Halbschwingung als tot bezeichnet wird. Von 1790 bis 1860 bei englischen Qualitätstaschenuhren sehr beliebt, wurde sie auch massiv bei preiswerten amerikanischen Uhren des Typs Waterbury (1880-1898) eingesetzt und erfreute sich besonderen Erfolgs bei Uhren für den chinesischen Markt, wo ihre Genauigkeit, vergleichbar mit der einer Chronometerhemmung, geschätzt wurde. Empfindlich und stoßanfällig — ein heftiger Stoß, der die Unruh im falschen Moment anhält, verhindert deren Wiederanlauf — wurde sie nach und nach von der robusteren Anker-Hemmung verdrängt. Sie bleibt ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Chronometrie.
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