HALBSCHWINGUNG

In der Uhrmacherei bezeichnet eine Halbschwingung die Bewegung einer Unruh oder eines Pendels zwischen einer ihrer Extremstellungen und der anderen – das heißt eine halbe Schwingung in nur eine Richtung. Zwei aufeinanderfolgende Halbschwingungen, Hin- und Rückbewegung, bilden eine vollständige Schwingung: Man darf die beiden Größen also nicht verwechseln, da ein Uhrwerk, das mit 4 Halbschwingungen pro Sekunde schwingt, in derselben Zeitspanne nur 2 vollständige Schwingungen ausführt. Die Frequenz eines mechanischen Uhrwerks wird traditionell in Halbschwingungen pro Stunde (A/h) oder in Hertz (Anzahl der Schwingungen pro Sekunde) ausgedrückt: ein Kaliber mit 4 Hz schlägt somit 28 800 A/h (4 × 2 × 3600), ein Kaliber mit 5 Hz 36 000 A/h. Jede Halbschwingung entspricht einem Impuls, der vom Ankerrad (Hemmungsrad) auf den Anker und dann von der Platte auf die Unruh übertragen wird und lässt das Räderwerk um einen bestimmten Schritt vorrücken. Eine Erhöhung der Anzahl der Halbschwingungen pro Stunde verbessert grundsätzlich die Gangregelmäßigkeit und die Stoßfestigkeit, erhöht jedoch den Energieverbrauch des Federhaus und verringert entsprechend die Gangreserve. Die Regelmäßigkeit der Halbschwingung, die durch den Isochronismus des Paares Unruh-Spirale gewährleistet wird, bestimmt direkt die Präzision des Zeitmessers.

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