DIE FEDERWINDER

Federwinder

Was ist ein Federwinder?

Der Federwinder ist ein Handwerkzeug, das dazu dient, eine flache Feder von großer Länge kontrolliert aufzuwickeln. Seine bekannteste Anwendung in der Uhrmacherei betrifft die Zugfeder, deren Einsetzen ohne geeignetes Werkzeug nicht möglich ist, sowohl wegen der beträchtlichen Länge der Klinge als auch wegen der Energie, die sie beim plötzlichen Entspannen freisetzt.

In seiner am weitesten verbreiteten Bauform besteht der Federwinder aus einem hohlen zylindrischen Körper — häufig aus Messing —, der in seiner Mitte mit einer drehbaren Spindel ausgestattet ist, an der das innere Ende der Feder eingehängt wird. Eine Kurbel, die manchmal durch einen abnehmbaren Schlüssel ersetzt wird, sorgt für die Drehung der Spindel. Eine kreisförmige Führung — oder ein Satz austauschbarer Zylinder unterschiedlichen Durchmessers — presst die Windungen im Zuge des Aufwickelns zusammen, wodurch sich die Klinge nach Abschluss des Aufwickelns präzise kalibrieren lässt.

Der zentrale Einsatzbereich des Federwinders beschränkt sich heute ausschließlich auf die Instandsetzung alter Werke oder die Restaurierung. Dabei wird eine entspannte Feder in die Federhaustrommel eingeführt, wobei die Aufwickelrichtung eingehalten und jede Verdrehung der Klinge vermieden wird. Die Feder, die zuvor in einem Zwischenzylinder des Federwinders aufgewickelt wurde, dessen Durchmesser dem der Trommel entspricht, wird durch einfaches Schieben in diese übertragen, die die Windungen aufnimmt, ohne sie zu verformen. Nach Abschluss der Übertragung wird die Federhauswelle eingesetzt und der Deckel des Federhauses schließt die Gesamtheit ab.

Über diesen sinnbildlichen Gebrauch hinaus kommen dem Federwinder verwandte Vorrichtungen bei der Herstellung von Spiralen zum Einsatz. Vor den Wärmebehandlungen, die ihre Geometrie und ihre elastischen Eigenschaften dauerhaft festlegen, wird der zuvor auf die gewünschten Abmessungen gezogene Metalldraht mit einer präzisen Steigung spiralförmig um einen Dorn gewickelt. Dieses Kaltwickeln, das mit einem Werkzeug nach dem Prinzip des Federwinders durchgeführt wird, verleiht der künftigen Spirale die Ausgangsform, die anschließend durch Ausglühen stabilisiert wird.

Nützliche Links:

Das Federhaus

Die Spirale

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