GEWINDE

In der Uhrmacherei hat das Wort Gewinde zwei Bedeutungen. Im mechanischen Sinne ist das Gewinde der vorstehende schraubenförmige Teil eines Gewindegangs: Es ist der gewundene „Zahn“ einer Schraube oder eines Innengewindes. Bei den äußerst feinen Uhrenschrauben sind Steigung, Durchmesser und Profil des Gewindes normiert; die Qualität dieser Gewinde bestimmt den Halt des Zusammenbaus und die Möglichkeit wiederholter Demontagen ohne Fressen des Gewindes. Ein beschädigtes (verworfenes) Gewinde macht die Schraube unbrauchbar. Im dekorativen und ästhetischen Sinne ist ein Filet eine sehr feine erhabene oder eingravierte Linie, ein Zierstreifen, der eine Kontur unterstreicht: ein Filet am Rand eines Zifferblatts, einer Lünette, eines Mittelteils des Gehäuses oder eines Zeigers. Dieses Gewinde, das durch Drehen erzielt wird, Fräsen, Gravur oder Prägen, lenkt den Blick und verfeinert die Zeichnung des Werkstücks, oft poliert, um das Licht einzufangen. Der Kontext hebt die Mehrdeutigkeit auf: Man spricht in der Mechanik von Schraubengewinde oder Gewindegang, in der Endbearbeitung von dekorativem Gewinde. In beiden Fällen ist die Ausführungsgenauigkeit entscheidend.

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