GLUCYDUR

Glucydur ist eine Legierung, die hauptsächlich aus Beryllium, Kupfer und Eisen besteht — und in der Uhrmacherei weit verbreitet ist, um Unruhen und bestimmte Komponenten des Uhrwerks herzustellen. Sie wird besonders wegen ihrer hohen Formstabilität, ihrer hohen Härte, ihrer geringen Empfindlichkeit gegenüber Schwankungen der Temperatur und ihrer unmagnetischen Eigenschaft geschätzt. Eine Unruh aus Glucydur behält somit ihren Durchmesser und ihre Trägheit trotz thermischer Veränderungen, was direkt zur Gangregelmässigkeit beiträgt; seine Härte macht ihn ausserdem verschleissfest und leicht präzise auszuwuchten. Zusammen mit einer Spirale mit Temperaturkompensation (aus Nivarox oder Silizium) bildet er einen Oszillator, der wenig empfindlich gegenüber Temperatur und Magnetismus ist, ein Standard der hochwertigen mechanischen Uhrmacherei seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Glucydur veranschaulicht den Beitrag der modernen Metallurgie zur Chronometrie: Die Wahl von Legierungen mit kontrollierten Eigenschaften ermöglichte es, sich von den alten bimetallischen Unruhen zu lösen und die Stabilität der Uhren dauerhaft zu verbessern.

Glucydur wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt, zur gleichen Zeit wie Nivarox, im Rahmen der Forschungen der Schweizer Uhrenindustrie, um sich von bimetallischen Unruhen (Stahl-Messing) zu befreien, die empfindlicher auf Stöße und Lageänderungen reagierten. Seine hohe Härte (etwa 400 HB auf der Brinell-Skala) ermöglicht eine präzise Bearbeitung der Arme und des Fusskreises der Unruh sowie ein feines Auswuchten durch Bohren oder Schrauben, ohne Verformung oder Kriechen im Laufe der Zeit. Chemisch inert, widersteht es zudem Korrosion und Oxidation. Der Begriff Glucydur, der heute fester Bestandteil des gängigen Uhrmacher-Vokabulars ist, bleibt eine präzise Handelsbezeichnung, die von anderen später für denselben Zweck entwickelten konkurrierenden unmagnetischen Legierungen zu unterscheiden ist.

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