HOHLBEITEL

In der Uhrmacherei umfasst das Wort Gouge zwei unterschiedliche technische Bedeutungen. Es bezeichnet zunächst eine Vertiefung oder eine kreisförmige Kehle, die in ein Bauteil eingearbeitet ist — Sperrrad, Kronrad oder Brücke — die dazu bestimmt ist, das Öl oder das Schmierfett in der Nähe einer Reibungsstelle örtlich zurückzuhalten, oder eine rein dekorative Rolle zu spielen; in jedem Fall handelt es sich um eine Vertiefung und nicht um einen Vorsprung, wobei die konkave Form die Rückhaltung des Schmiermittels durch Kapillarität begünstigt. Der Begriff bezeichnet anschließend ein Schneidwerkzeug des Graveurs und des Drehers: ein Hohlbeitel ist ein Stichel oder ein Meißel, dessen Schneide ein hohles Profil aufweist, halbkreisförmig oder V-förmig, wodurch Material durch Aushöhlen abgetragen und Hohlkehlen sowie abgerundete Muster hergestellt werden können, insbesondere bei der Guillochierung und bei der Gravur. Der Graveur verfügt über ein Sortiment von Hohlbeiteln unterschiedlicher Breite und Krümmung, die für jede Art von Linie geeignet sind. In beiden Verwendungen verweist der Begriff also auf eine konkave Form: auf der einen Seite ein Schmiermittelreservoir, auf der anderen ein Werkzeug zum Aushöhlen.

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