Ursprung und Prinzip

Der Schlagwerkmechanismus ohne Verzögerung mit Auslösung ist das älteste und einfachste der drei Prinzipien: Er kommt bereits bei Uhrwerken mit Spindelhemmung, dem sogenannten Kronrad-Hemmungssystem, in Verbindung mit dem Waaghalter und später der Unruh zum Einsatz, lange bevor sich die Systeme mit Schnecke und Rechen durchsetzten. Historisch gesehen geht er also diesen beiden ausgefeilteren Lösungen voraus, die erst im 17. Jahrhundert beziehungsweise gegen Ende des 17. Jahrhunderts auftauchen sollten. Wie sie beruht er dennoch auf einem vom Uhrwerksräderwerk getrennten Schlagwerks-Räderwerk, das von seinem eigenen Gewicht oder seiner eigenen Antriebsfeder angetrieben wird und mit diesem allein über die Auslösungsschnittstelle verbunden ist.

Bauteile und Funktionsweise

Im Gegensatz zum Schlagwerk mit Schnecke oder Rechen umfasst dieser Mechanismus keine gesonderte Vorbereitungsphase (Verzögerung): Eine Auslöseklinke wird direkt durch einen Stift angehoben, der von einem Sperrrad getragen wird, das in der Regel zwei solche Stifte aufweist, beim Stundenwechsel. Dieser Kontakt genügt, um das Schlagräderwerk augenblicklich freizugeben, ohne Verzögerungsrad oder vorgeschaltete Positionierungsstufe zwischen der Auslösung und dem Beginn des Schlagzählens. Das daraus resultierende Schlagwerk beschränkt sich meist auf die volle Stunde und gelegentlich auf einen Zwischenschlag zur halben Stunde, wobei die Anzahl der Schläge, wie beim Schlagwerk mit Schnecke, unabhängig von der tatsächlichen Stellung des Stundenzeigers bleibt.

Verwendung und Grenzen

Diese mechanische Einfachheit, die die Anzahl der benötigten Bauteile, Zapfen und Regulierungen reduziert, senkt entsprechend die Herstellungskosten und erleichtert die Wartung. Sie erklärt ihr Fortbestehen in robusten und wirtschaftlichen Uhrwerken, wie den Comtoiser-Grossuhren und bestimmten Weckerpendeluhren, und dies obwohl sich Verzögerungsmechanismen, sei es mit Fangfeder oder mit Staffel, in der Qualitätsuhrmacherei durchsetzten. Diese Bauweiseneinsparung geht jedoch auf Kosten einer geringeren Präzision und Feinheit der Regulierung im Vergleich zu den Verzögerungsmechanismen.

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