DER DREHBOGEN

Der Drehbogen besteht aus einem biegsamen Stab, in der Regel aus Holz, früher aus Fischbein, dessen Enden durch eine dünne Schnur (heute aus Nylon) verbunden sind. Die Schnur wickelt sich um eine Rolle, die ein Werkstück antreibt, hauptsächlich für Dreh- oder Bohrarbeiten.

Funktion und Vorteile

Der Drehbogen erfüllt somit die gleiche Funktion wie der Antriebsriemen einer Drehbank oder jeder anderen Rotationsmaschine (Bohrmaschine, Fräsmaschine, usw.). Er ermöglicht es dem Handwerker, die Drehgeschwindigkeit des Bauteils oder des Werkzeugs mit großer Präzision zu steuern. Diese Vorrichtung ist die älteste, um Drehbewegungen anzutreiben. Je nach den durchzuführenden Arbeiten treibt der Drehbogen ein Werkzeug an (Geradbohrer, Bohrer, Fräser); in anderen Fällen treibt er das Bauteil an (Drehen einer Achse, eines Zapfens usw.).

Nachteile

Er hat jedoch zwei wesentliche Nachteile: Er belegt eine der Hände des Handwerkers für diese Aufgabe und bedingt systematisch eine Halbschwingung der Drehrichtung des Werkzeugs oder des Bauteils.

 

Das Prinzip des Drehbogens leitet sich vom neolithischen Feuerbogen ab, der lange vor seiner Anpassung zum Antrieb rotierender Werkstücke zur Erzeugung von Reibungswärme verwendet wurde. Bereits im 17.-18. Jahrhundert in Uhrmacherwerkstätten eingeführt, war die Bogendrehbank lange Zeit das Referenzwerkzeug für das Drehen kleiner Teile, bevor sie nach und nach durch die Tretdrehbank und im 20. Jahrhundert durch motorisierte Maschinen verdrängt wurde. Der Drehbogen wird jedoch auch heute noch in manchen Restaurierungswerkstätten und in der Uhrmacherausbildung eingesetzt, insbesondere beim Rollieren von Zapfen: Der Handwerker verbindet dabei den Drehbogen mit einer Rollierfeile, um die Oberfläche eines Achszapfens mechanisch zu polieren – eine Handbewegung, bei der die durch den manuellen Zug der Schnur ermöglichte Beherrschung von Drehrichtung und Drehgeschwindigkeit unersetzlich bleibt.

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