KLINGE

In der Uhrmacherei bezeichnet eine Klinge ein dünnes metallisches Element, meist mit rechteckigem Querschnitt, flach und mit einer gewissen Elastizität versehen. Der Begriff bezieht sich zunächst auf Federorgane: Die Klinge, aus der die Zugfeder oder eine Tonfeder besteht, speichert oder gibt Energie durch ihre kontrollierte Biegsamkeit ab; die Spirale selbst ist im Prinzip nichts anderes als eine elastische Klinge mit geringem (rechteckigem) Querschnitt, die spiralförmig um eine Achse gewickelt ist. In den alten Kompensationsunruhen war die Fusskreis mit einer bimetallischen Klinge — außen Messing, innen Stahl — ausgestattet, die sich unter dem Einfluss der Temperatur krümmte, um Gangabweichungen infolge der Ausdehnung der Spirale zu korrigieren. Im weiteren Sinne bezeichnet „Klinge“ auch den aktiven, schneidenden Teil eines Schneidwerkzeugs: Sägeblatt, Laubsäge- oder Werktischmesserklinge. In allen Fällen hängt die Qualität einer Klinge von der Wahl des Stahl und seiner Wärmebehandlung — Härten und anschliessendes Anlassen — sowie von seiner Geometrie ab, die gemeinsam seine Festigkeit, Härte und Elastizität bestimmen: Eine zu harte Klinge wird spröde und bricht unter Belastung, während eine zu weiche Klinge sich dauerhaft verformt. Der für jeden Einsatzzweck spezifische Kompromiss zwischen Härte und Geschmeidigkeit bestimmt die Wahl des Werkstoffs und der Parameter der Wärmebehandlung.

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