AUTONOMIE
Die Autonomie eines Instruments, insbesondere einer Uhr, ist die Zeitspanne, während der es funktionieren kann, ohne dass neue Energie zugeführt werden muss — sei es durch Aufziehen der Feder, den Austausch oder das Aufladen der Batterie. Bei einer mechanischen Uhr hängt diese Dauer von der im Zugfeder gespeicherten Energiemenge und dem Verbrauch des Uhrwerks ab; im Wortschatz des Uhrmachers, der Uhrmacherin wird sie eher mit dem Ausdruck Gangreserve bezeichnet. Moderne Uhren bieten Autonomien von etwa vierzig Stunden bis zu mehreren Tagen, ja sogar mehreren Wochen bei Kalibern mit mehreren Federhäusern. Bei einer Quarz, entspricht die Autonomie der Lebensdauer der Batterie, die von zwei bis mehreren Jahren variiert. Die Autonomie stellt ein wichtiges praktisches Kriterium dar: Eine ausreichende Reserve vermeidet unerwartete Stillstände und wiederholtes Neueinstellen der Zeit. Sie ergibt sich aus einem Kompromiss zwischen der Größe der Feder, der Leistung des Räderwerks und der Frequenz des Oszillators.
Historisch gesehen war das Wissen um den Ladezustand des Federhauses bereits ein wichtiges Anliegen: Marinechronometer verfügten über eine Lehre, die die verbleibende Zeit bis zum nötigen Aufziehen anzeigte. Bei Armbanduhren setzte sich die Anzeige der Gangreserve im 20. Jahrhundert allgemein durch.
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