DIE ELEKTRISCHEN EINHEITEN
Ende des 19. Jahrhunderts spielte die Uhrenindustrie eine treibende Rolle beim Aufschwung der Elektrizität in der Schweiz und bei der raschen Verbreitung des Haushaltsnetzes. Die Maschinen, die bis dahin manuell und dann hydraulisch betrieben wurden, gehörten neben der Beleuchtung der Werkstätten zu den ersten Nutzniessern. Die Leistung und Produktivität erfuhren einen beispiellosen Anstieg, der dauerhafte Verbesserungen in Bezug auf Zuverlässigkeit und Präzision sowie eine spürbare Senkung der Herstellungskosten mit sich brachte.
Eine strukturierende Energie
Über die Produktionswerkzeuge hinaus etablierte sich die Elektrizität schnell als übergreifender Vektor der Uhrenfertigung. Sie durchdringt heute sowohl die Mittel zur Messung als auch zur Kontrolle als Verfahren sehr unterschiedlicher Herkunft: bewährte Technologien wie galvanische Behandlungen und die Anodisation, sowie neuere Verfahren wie die Funkenerosion oder Femtosekundenlaser, die im Rahmen der Additiven Fertigung eingesetzt werden. Die elektrische Leitfähigkeit stellt in diesem Zusammenhang ein zunehmend wichtiges Auswahlkriterium bei der Wahl der Materialien dar.
In Bezug auf die Zeitmessung entstanden die ersten elektrischen Uhren bereits 1840. Die Verbreitung der elektronischen Quarzuhren, die in den 1970er Jahren begann, markierte ihrerseits einen bedeutenden technologischen Wandel in der Geschichte der Uhrmacherei.
Das Ohmsche Gesetz und die drei wichtigsten Messungen
Die elektrischen Messungen, die ein Uhrmacher, eine Uhrmacherin durchführen muss, drehen sich traditionell um das Ohmsche Gesetz und bestehen daher im Wesentlichen aus Spannungen, Stromstärken und Widerständen.
Gemäss dem Internationalen Einheitensystem (SI):
Die Spannung wird mit U symbolisiert, ihre Masseinheit ist das Volt (V)
Die Stromstärke wird mit I symbolisiert, ihre Masseinheit ist das Ampere (A)
Der Widerstand wird mit R symbolisiert, seine Masseinheit ist das Ohm (Ω)
Obwohl es Geräte gibt, mit denen jeder dieser Werte spezifisch gemessen werden kann (Voltmeter, Amperemeter, Ohmmeter), werden sie meist in einem einzigen Gerät zusammengefasst (dem Multimeter), das die Kombinationen dieser drei Werte messen kann.
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