LATERNE
In der Uhrmacherei bezeichnet der Begriff Laterne zunächst ein kleines Haltewerkzeug: Die Laterne für Schrauben (oder Schraubenlaterne) ist ein Metallzylinder, der an seinem Umfang mit gestuften Bohrungen unterschiedlichen Durchmessers versehen ist und dazu dient, eine Schraube am Kopf festzuhalten, während man sie Feile oder man die Länge des Schafts anpasst, bevor man deren Gewindegang wieder aufnimmt. Ähnlich konzipierte Laternen dienen auch zum Halten kleiner Bauteile — Stifte, Achsen — beim Drehen oder Fertigbearbeiten. In formaler Anlehnung an den Beleuchtungsgegenstand bezeichnet das Wort auch das Laternenrad (oder Spindelrad), eine alte Form eines Zahnrads, das aus zwei kreisförmigen Platten besteht, die durch mehrere parallele zylindrische Stäbe, die Spindeln, verbunden sind, welche beim Eingriff mit einem Rad die Rolle der Zähne übernehmen. Robust, wenig verschleißanfällig und leicht herzustellen, stattete dieser Zahnradtyp lange die Turmuhrmacherei (Kirchtürme, öffentliche Uhren) sowie einige grob gefertigte Werke aus, bevor er weitgehend durch das Flügelrad verdrängt wurde, das einen besseren Wirkungsgrad und eine gleichmäßigere Reibung aufweist.
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