DIE ROLLIERFEILE
Aus Hartmetall, Saphir oder synthetischem Diamant gefertigt, ist die Rollierfeile ein mit einem Griff versehenes Werkzeug, das zur Kaltverfestigung der Oberfläche eines Bauteils dient. Ähnlich wie eine Feile, weist die Rollierfeile eine Form auf, die dem Profil des zu bearbeitenden Bauteils angepasst ist. Die Oberfläche der Rollierfeile weist jedoch keinerlei Schnittkraft auf. Die Kaltverfestigung (oder das mechanische Rollieren) besteht darin, die Oberfläche des Materials oberflächlich zu verdichten. Durch diesen Vorgang wird die Rauheit des Materials verringert, ähnlich wie bei einer Politur, jedoch ohne Abrieb, was ein poliertes Aussehen verleiht und den Reibungskoeffizienten der behandelten Oberfläche verringert. Durch die Verdichtung, der es unterzogen wird, wird das Material dichter und somit an der Oberfläche härter, was ihm zudem eine bessere Beständigkeit gegen Oxidation und Korrosion verleiht.
Die Kaltverfestigung, und somit die Rollierfeilen, werden manchmal bei der handwerklichen Verzierung (Anglieren) von Bauteilen eingesetzt. Der gebräuchlichste und bekannteste Einsatz dieser Technik betrifft jedoch die Kaltverfestigung der Oberfläche der Zapfen der Räder eines Uhrwerks. In diesem speziellen Fall spricht man von „Rollieren der Zapfen“. Heutzutage werden Rollierfeilen ausschließlich für handwerkliche Zwecke verwendet.
Rollierfeile zum Rollieren der Zapfen
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