SCHNECKE
Die Schnecke ist eine kegelförmige Rolle mit Kehle in Helixform, verbunden mit dem Federhaus durch eine Kette oder, ursprünglich, eine Darmsaite, die dazu bestimmt ist, das vom Antriebsfederwerk gelieferte Drehmoment während seiner gesamten Entspannung auszugleichen. Das Drehmoment einer Feder nimmt nämlich ab, während sie sich entspannt; indem man die Kette auf dem schmalen Teil der Schnecke aufwickelt, wenn die Feder voll gespannt ist, und sie dann allmählich zum breiten Teil hin führt, während die Feder schwächer wird, gleicht der Hebelarm den Kraftverlust aus und hält ein im Wesentlichen konstantes Ausgangsdrehmoment aufrecht. Das tatsächliche Profil der Schnecke, das von den Uhrmachern empirisch festgelegt wurde, ist kein einfacher Kegel, sondern ein Hyperboloid.
Die Schnecke tauchte mit den ersten Federuhren des 15. Jahrhunderts auf und ist unsicheren Ursprungs; die Grossuhr aus Burgund, die im Germanischen Nationalmuseum aufbewahrt wird und auf etwa 1430 datiert ist, stellt das älteste bekannte Exemplar dar. Die Verwendung der Kette, die dauerhafter als die Schnur ist, verbreitet sich ab der Mitte des 17. Jahrhunderts. 1726 fügte John Harrison ihr eine Feder mit konstanter Kraft hinzu, die es dem Werk ermöglichte, während des Aufziehens weiterzulaufen.
Sperrig und teuer wurde die Schnecke nach der Erfindung des einfachen Federhauses durch Jean-Antoine Lépine im Jahr 1760 sowie nach den Fortschritten des Isochronismus der Spirale allmählich aufgegeben. Sie blieb im 20. Jahrhundert nur noch in Marinechronometern oder in bestimmten Ausnahmeuhren erhalten.
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