AUSTAUSCHBARKEIT
Die Austauschbarkeit ist die Fähigkeit, Bauteile herzustellen, die präzise und normiert genug sind, um ohne individuelle Anpassung zusammengebaut und bei Bedarf durch ein identisches Teil ersetzt werden zu können. Sie setzt kontrollierte Fertigungstoleranzen voraus, die gewährleisten, dass jedes beliebig aus einer Charge entnommene Teil korrekt zu seinem Gegenstück passt. In der Uhrmacherei setzte sich dieser Begriff Ende des 19. Jahrhunderts mit der Industrialisierung der Produktion durch: Er ermöglichte den Übergang von der handwerklichen Fertigung, bei der jedes Teil von Hand für ein bestimmtes Uhrwerk angepasst wurde, zu einer wirtschaftlichen Serienproduktion und zum Kundendienst durch den Austausch von Ersatzteilen. Die Austauschbarkeit beruht auf der Messtechnik, der Normierung (Lehren, Normmaße, NIHS-Normen) und der Präzision der Maschinen. Als Grundpfeiler der modernen Uhrmacherei bestimmt sie sowohl die Kosten, die Reparaturfähigkeit als auch die Zuverlässigkeit der Uhren. Ihre Kehrseite ist eine gewisse Standardisierung, die die Haute Horlogerie durch Veredelungen und manuelle Anpassungen an dennoch austauschbaren Teilen ausgleicht.
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