LACK
In der Uhrmacherei bezeichnet der Lack einen Firnis chemischen oder natürlichen Ursprungs, meist durchscheinend oder transparent, der sowohl zu ästhetischen als auch zu schützenden Zwecken aufgetragen wird. Auf einem Zifferblatt, belebt oder färbt er die Oberfläche, verleiht optische Tiefe und schützt die darunterliegenden Dekore — Guillochierung, Gravur, Emaillierung teilweise — vor Oxidation und Kratzern. Er dient auch als vorübergehender Abdecklack, um einen Bereich bei einer Oberflächenbehandlung abzugrenzen, oder als Gehäuseboden-Tönung auf einer Gravur, deren Motiv er durch Kontrast hervorhebt. Die verwendeten Lacke können farblos, in der Masse gefärbt oder mit Pigmenten, Metallflocken oder Pulver aus Perlmutter. Ihre Anwendung erfordert höchste Sauberkeit, eine präzise Dosierung und Beherrschung der Trocknung, denn der kleinste Staub, Lauf oder Luftblase fällt sofort auf einem fertigen Zifferblatt auf. Zu den anspruchsvollsten Techniken zählt der Urushi-Lack, ein Naturharz, das aus dem Saft der Lackwelle (Toxicodendron vernicifluum) gewonnen wird, in aufeinanderfolgenden Schichten aufgetragen, die in feuchter Atmosphäre getrocknet werden, und von manchen Manufakturen für Zifferblätter oder Maki-e-Motive verwendet wird.
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