„ETABLISSAGE“

„Etablissage“ ist eine protoindustrielle Produktionsform der Uhrmacherei, die sich ab dem 18. Jahrhundert im Jurabogen entwickelte — Neuenburger Berge, Vallée de Joux, Region Morez — und die Uhrenherstellung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts dominierte. Sie besteht darin, die Herstellung in spezialisierte Aufgaben zu unterteilen, die unabhängigen Handwerkern anvertraut werden, die meist zu Hause oder in kleinen Familienwerkstätten arbeiten: Jede Familie widmet sich einem bestimmten Handwerk — Uhrmacher-Reparateur, Hersteller von Spiralfedern, Steinsetzer, Zifferblattmacher, Handwerker der Guillochierung — bevor die so hergestellten Teile vom Etablisseur zusammengeführt und fertiggestellt werden. Dieser, als Vermittler zwischen Markt und Produktion, bestellt die Rohwerke, organisiert das Netzwerk der Zulieferer und sorgt für den Zusammenbau, die Regulierung und die Endbearbeitung des Uhrwerks. Dieses System ermöglichte eine große Flexibilität und geringere Produktionskosten, erschwerte jedoch die Vereinheitlichung der Qualitätskontrolle. Es steht im Gegensatz zum Genfer Modell der Cabinotiers, Handwerkern, die in kleinen unabhängigen Einheiten organisiert waren. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts führten die Mechanisierung und die amerikanische Konkurrenz die Schweizer Uhrenindustrie schrittweise hin zu integrierten Manufakturen.

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