GALVANISCHE BEHANDLUNGEN

1. Allgemeine Beschreibung

Galvanische Behandlungen bestehen darin, die Oberfläche eines Metalls (des Substrats) mittels eines elektrolytischen Verfahrens mit einer dünnen Schicht eines anderen Metalls zu überziehen. Das Substrat wird in ein Bad getaucht, das Metallmoleküle in Suspension enthält, die dazu bestimmt sind, seine Oberfläche zu bedecken. Durch das Fließen eines elektrischen Stroms zwischen einer eingetauchten Anode und dem zu behandelnden Objekt (Kathode), das leitfähig sein muss, lagern sich die suspendierten Moleküle auf der Oberfläche des Substrats ab. Je nach Dauer des Verfahrens und Stromstärke kann die Dicke der aufgetragenen Schicht kontrolliert werden.

Dieser Vorgang dient dazu, das Substrat vor Oxidation zu schützen und seine Farbe zu verändern. Die in der Uhrmacherei historisch und hauptsächlich verwendeten Metalle sind Gelbgold, Rotgold (Roségold) (Vergoldung) und Rhodium (Rhodinierung), die alle korrosionsbeständig sind. Heute erweitern zahlreiche andere Metalle oder Metallkombinationen die mögliche Farbpalette (wie Ruthenium, Schwarzgold usw.).

2. Geschichte

Es war der italienische Physiker Luigi Galvani, der 1780 entdeckte, dass es möglich war, ein Metall vor Korrosion zu schützen, indem man eine dünne Zinkschicht darauf aufbrachte. Die verschiedenen elektrolytischen Verfahren verdanken ihm ihren Namen. Das Verfahren fand Anwendung in der Goldschmiedekunst und dann ab Mitte des 19. Jahrhunderts in der Uhrmacherei und wird auch heute noch weitgehend genutzt, obwohl sich andere Technologien (CVD, PVD) gegen Ende des 20. Jahrhunderts zu entwickeln begannen. Während Gold und Rhodium historisch in der Uhrmacherei verwendet wurden und die gängigsten Behandlungen bleiben, haben andere Metalle oder Metallkombinationen (wie Ruthenium, Schwarzgold usw.) seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Palette der möglichen Farben erweitert.

3. Vor- und Nachteile

Vorteile
  • Gewährleistet einen dauerhaften Schutz des Substrats vor Oxidation

  • Ermöglicht die Veränderung der Farbe des Substrats

  • Bietet eine kräftige und gleichmäßige Farbe

Nachteile
  • Kann nur auf elektrisch leitfähige Materialien angewendet werden

  • Begrenzte Farbpalette

  • Die Elektrolysebäder können toxisch und umweltschädlich sein

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