KAPILLARITÄT
Die Kapillarität ist das Phänomen, bei dem eine Flüssigkeit in einem engen Raum — Röhrchen, Zwischenraum, Satz zwischen zwei Oberflächen — unter der Wirkung der Oberflächenspannung und der Benetzung, unabhängig von der Schwerkraft, aufsteigt, absinkt oder sich bewegt. Sie hängt von der Oberflächenspannung der Flüssigkeit, dem Kontaktwinkel, den sie mit dem Feststoff bildet, und dem Radius des Zwischenraums gemäß dem Jurin-Gesetz ab. Eine benetzende Flüssigkeit, wie die meisten Uhrenöle, bildet einen konkaven Meniskus und dringt spontan in die feinsten Zwischenräume vor.
In der Uhrmacherei wird die Kapillarität sowohl genutzt als auch gefürchtet. Die Ölreserven der Öl der Steine Lagersteine sind so konzipiert, dass sie das Schmiermittel durch Kapillarität, so nah wie möglich am Reibungspunkt. Doch eine übermäßige Menge, ein schlecht polierter Stein oder das Fehlen einer Epilam-Behandlung rund um das Reservoir führt dazu, dass das Öl aus seinem Bereich abwandert, benachbarte Flächen verunreinigt, den Gang stört und den Verschleiß beschleunigt. Die Kapillarität zu beherrschen, durch eine präzise Dosierung mit dem Ölgeber, ist somit eine der Voraussetzungen für den einwandfreien Gang eines Uhrwerks.
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