TROPFEN
In der Uhrmacherkunst ist der Tropfen ein kleiner kreisförmiger Vorsprung in Form eines Rings oder einer erhöhten Fläche, der am Gehäuseboden einer Vertiefung angebracht wird, um die Kontaktfläche – und damit die Reibung – zwischen zwei übereinanderliegenden Bauteilen zu verringern. Da er nur auf einer schmalen ringförmigen Auflagefläche aufliegt, anstatt auf der gesamten Fläche der Vertiefung, werden unnötige Reibungen begrenzt, der Verschleiß verringert und das Schmiermittel, das sich dort durch Kapillarität in der es umgebenden Vertiefung ablagert, wirksamer zurückgehalten. Ein Tropfen findet sich häufig in den Vertiefungen, die unter der Brücke des Federhaus angebracht sind, an der Stelle, wo das Sperrrad und das Kronrad aufliegen, Bauteile, die nicht unerheblichen Kräften ausgesetzt sind, während des Aufziehens und des Betriebs des Aufzugsmechanismus. Der Tropfen kann sich auch unter anderen Trieben oder beweglichen Teilen befinden, wann immer eine große ebene Auflagefläche dem einwandfreien Funktionieren abträglich wäre. Er erfüllt somit sowohl eine mechanische als auch eine tribologische Funktion: Er stabilisiert die Auflage, fördert einen gleichmäßigen Verschleiß und verbessert die Haltbarkeit des Schmiermittelfilms im Laufe der Zeit. Als unauffälliges Konstruktionsdetail zeugt er von der Sorgfalt, die die Hersteller der Reibungskontrolle widmen – einem ständigen Anliegen der Präzisionsuhrmacherei.
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