„DÉCOLLETAGE“
Der „Décolletage“ umfasst die Gesamtheit der spanabhebenden Bearbeitungsvorgänge — hauptsächlich Drehen, aber auch Gewindegang, Gewindeschneiden, Bohren oder Fräsen — die in kontinuierlicher Serienfertigung aus einer Stange aus Metall, die in Rotation versetzt wird, auf automatischen Drehmaschinen, sogenannten Drehautomaten, hergestellt werden. Der Name stammt von der ursprünglichen Handbewegung: Ein Werkstück zu „décolletieren“ bedeutet, seinen Bund – seinen schmalsten Abschnitt – durch Drehen zu verjüngen. Kurvengesteuerte Drehautomaten bearbeiten jedes Werkstück nacheinander aus der Stange mittels eines Satzes von mit der Spindel synchronisierten Kurvenscheiben; neuere CNC-gesteuerte Modelle ersetzen diese Kurvenscheiben durch gesteuerte Achsen. Das Uhrmacher-Décolletage zeichnet sich durch die sehr geringe Größe der hergestellten Teile aus — Schrauben, Stifte, Achsen, Rohre, vorbearbeitete Triebe — sowie durch Maßtoleranzen, die bis auf ein Mikron, die aus Messing oder sogenannten „Automatenstählen“ gewonnen werden, welche wegen ihrer guten Bearbeitbarkeit ausgewählt werden. Der Schweizer Jurabogen (Kantone Solothurn, Jura, Neuenburg und Berner Jura), historische Wiege dieser Technik im 19. Jahrhundert, bleibt heute neben dem französischen Arve-Tal eines der weltweiten Zentren dieser Technik. Die im „Décolletage“-Verfahren hergestellten Teile werden in der Regel vor ihrem Zusammenbau im Uhrwerk zusätzlichen Wärmebehandlungen oder Oberflächenbehandlungen unterzogen.
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