GRASSHOPPER-HEMMUNG
Die Hemmung Grasshopper (dt. „Heuschrecke“) ist eine Hemmung mit Rückschlag und sehr geringer Reibung, die im 18. Jahrhundert von dem britischen Uhrmacher John Harrison entwickelt wurde. Ihre Besonderheit liegt in ihren beiden schwenkbaren Hebeln (den „Paletten“), die sich abwechseln, um das Ankerrad (Hemmungsrad) zu halten und wieder freizugeben: Die Wippenbewegung von Wippe, die für diese Arme charakteristisch ist und wie ein Sprung wirkt, hat ihr den Beinamen des Insekts eingebracht. Dank Kontakten, die sich fast ohne Gleiten schließen und lösen, erzeugt die Grasshopper-Hemmung nur sehr geringe Reibung und kann theoretisch ohne Schmierung — ein bedeutender Vorteil in einer Zeit, in der Öle schnell verdarben und die Ganggenauigkeit beeinträchtigten. Harrison verwendete sie in seinen Präzisionsuhren und seinen Forschungen zur Längengradbestimmung auf See. Mechanisch raffiniert und visuell spektakulär, bleibt diese Hemmung selten: Sie kommt vor allem in kunstvollen Uhrwerken, Regulatoren und einigen zeitgenössischen Schöpfungen zum Einsatz, die Harrisons Genie ehren. Sie veranschaulicht das historische Streben nach einer Hemmung, die zugleich präzise und von Schmierungszwängen befreit ist — ein bis heute aktuelles Anliegen.
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