DIE HANDFUTTER

Handfutter

Wozu dienen Handfutter?

Handfutter bezeichnen in der Uhrmacherei eine Familie tragbarer Haltewerkzeuge, die dazu bestimmt sind, ein kleines zylindrisches Bauteil zu fixieren, um es dem Arbeitswerkzeug darzubieten. Im Unterschied zum Futter einer Drehbank oder Bohrmaschine, das fest mit einer Maschine verbunden und einem motorisierten Antrieb unterworfen ist, wird das Handfutter direkt vom Bediener gehalten; es gewährleistet einen präzisen und reproduzierbaren Griff für die manuell am Werktisch ausgeführten Arbeiten.

In seiner gebräuchlichsten Form besteht das Handfutter aus einem zylindrischen Körper aus Stahl oder Messing, die an einem Ende durch einen geriffelten Griff verlängert wird, der das Halten und Drehen erleichtert, und an ihrem gegenüberliegenden Ende ein Spannsystem besitzt. Diese Spannung wird in der Regel durch eine geschlitzte Zange gewährleistet, die durch das Anschrauben eines Gewindering um das Bauteil zusammengedrückt wird. Um sich an die vielfältigen Durchmesser anzupassen, die im Uhrwerk vorkommen — vom feinsten Draht bis zu den Stiften, einschließlich der Schraubenkörper —, kann ein und dasselbe Handfutter einen Satz austauschbarer Zangen aufnehmen, von denen jede auf einen bestimmten Durchmesser abgestimmt ist.

Der Uhrmacher, die Uhrmacherin verwendet die Handfutter bei einer Vielzahl von Arbeiten. Das Feilen, die Politur, das Rollieren und das Glätten zylindrischer Bauteile profitieren von einer festen und streng axialen Führung: Das Bauteil, das in der Zange gehalten wird, wird durch die bloße Bewegung der Finger des Bedieners in Drehung versetzt, während die andere Hand die Rollierfeile führt, die Schmirgelfeile oder ein Schleifpapier. Diese Verbindung einer gleichmäßigen manuellen Drehung mit einem kontrollierten Werkzeugkontakt eignet sich besonders für die Fertigbearbeitung von Achsen, Stangen und Schrauben, bei denen die Zylindrizität und die Oberflächenbeschaffenheit die Qualität des Laufs unmittelbar bestimmen. Das Handfutter kommt außerdem beim Markieren, bei der Kontrolle oder beim einfachen Festhalten eines Bauteils während der Betrachtung mit der Lupe zum Einsatz.

Mehrere Varianten ergänzen den Werktisch des Uhrmachers, der Uhrmacherin: kurze Handfutter, sogenannte „Taschenfutter“, für rasche Arbeiten, oder Handfutter mit mehreren Spannzangen, mit denen mehrere Bauteile parallel montiert werden können. In dieser Hinsicht gehören Handfutter zu den vielseitigsten Haltewerkzeugen des Uhrmacher-Werktisches: äußerlich unscheinbar, sind sie tatsächlich an der großen Mehrheit der Fertigbearbeitungs- und Justierarbeiten an drehenden Bauteilen beteiligt.

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