MANUFAKTUR
Etymologisch bedeutet „Manufaktur“ „von Hand gemacht“. Der Begriff bezeichnet Werkstätten oder Fabriken, deren Erzeugnisse qualifizierte Handarbeit erfordern. In der Uhrmacherei hat er eine präzisere und aufwertende Bedeutung erhalten: Eine Manufaktur ist ein Unternehmen, das seine Werke selbst entwirft und herstellt — ja sogar den Großteil seiner Bauteile —, im Gegensatz zum Aggregateur, der Rohwerke und zugekaufte Teile von Zulieferern zusammenbaut. Über ein „Kaliber“ aus eigener Manufaktur zu verfügen, ist somit zu einem Argument technischer Glaubwürdigkeit und Prestiges geworden. Der marketingtechnische Gebrauch des Wortes hat seit den 1980er Jahren einen besonderen Aufschwung erfahren, getragen von den Kommunikationsabteilungen der großen Uhrenkonzerne, so sehr, dass seine genaue Definition manchmal umstritten ist. Historisch beruhte die schweizerische Uhrenproduktion lange auf einer Arbeitsteilung zwischen zahlreichen spezialisierten Werkstätten; die integrierte Manufaktur, die das Know-how unter einem Dach vereint, verkörpert heute eine bestimmte Vorstellung von Autonomie und technischer Beherrschung.
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