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1. Einführung

Die Regulierung ist einer der wichtigsten Schritte bei der Herstellung oder, seltener, bei der Revision oder Restaurierung einer mechanischen Uhr. Sie ist auch einer der komplexesten und heikelsten. Wie bei der Fertigstellung, ist die Einhaltung der Reihenfolge dieser Vorgänge von grundlegender Bedeutung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, bei der Regulierung vorzugehen. Die Methodik und die Reihenfolge der Vorgänge können je nach gewählter Methode variieren. Die hier vorgestellte Methode ist diejenige, die im Buch der Schweizer Uhrmacherschulen „Le réglage“ beschrieben wird. Für ein besseres Verständnis sehen Sie sich das Video zu diesem Kapitel an.

2. Vernieten der Unruh auf ihrer Achse

Der erste Schritt beim Zusammenbau desRegulierorgans besteht im Vernieten der Unruh auf ihrer Achse. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Unruh fest befestigt ist, damit sie sich nicht unter der Wirkung ihrer Trägheit um ihre Achse drehen kann. Zudem muss die Unruh vollkommen konzentrisch zu ihrer Achse sein, und die Ebene der Unruh muss vollkommen senkrecht zu jener ihrer Achse stehen, damit gewährleistet ist, dass die Unruh rund und flach läuft.

3. Ausschlagen des Doppelrollen

Obwohl es zum Verteilerorgan gehört, die Doppelrolle wird an der Unruhwelle befestigt, unterhalb davon. Sie wird dort ausgeschlagen, was ausreicht, um sie während des Betriebs fest mit der Unruhwelle zu verbinden und es zu ermöglichen, ihre Position anzupassen oder sie zu entfernen, ohne die Unruhwelle zu beschädigen. Bei diesem Arbeitsschritt ist es wichtig, den Ellipsenstift winkelmäßig perfekt zu positionieren, in der Regel auf der Mittellinie zwischen den beiden Unruharmen.

4. Statische Regulierung

Die Genauigkeit der Uhr hängt von der Regelmäßigkeit der Periode der Schwingungen des Regulierorgans, der Unruh. Da es sich um ein Schwungrad handelt, muss es perfekt ausgewuchtet sein, damit sein Schwerpunkt im Zentrum seiner Drehachse liegt. Eine Unwucht verursacht eine Unregelmäßigkeit der Periode der Schwingungen unter dem Einfluss der Erdanziehungskraft, sobald die Unruhwelle nicht mehr senkrecht zum Boden steht. Die Statische Regulierung muss vor dem Einsetzen der Spirale durchgeführt werden.

5. Vorläufiges Ausschlagen der Spiralrolle (Virole)

Die Schritte, die es ermöglichen, die Position der Fixierpunkte der Spirale an der Spiralrolle (Virole) und am Spiralklötzchen, die Form der Endkurve der Spirale, die Länge der Spirale und das Zusammenfügen dieser drei Komponenten mit der Unruhwelle werden von den Uhrmachern gemeinhin als Konstruktion der Regulierung bezeichnet. Der erste Schritt besteht darin, die Spiralrolle (Virole) provisorisch auf die Unruhwelle auszuschlagen.

6. Provisorisches Anbringen der Spirale

Hierbei geht es darum, die Spirale provisorisch um die Spiralrolle (Virole) zu positionieren. Dieser Arbeitsschritt ermöglicht es, das innere Ende der rohen Spirale zu kürzen und sie durch eine provisorische Klemmung auf der Spiralrolle (Virole) zu positionieren, im Vorfeld des nächsten Arbeitsschritts: dem ersten Zählen.

7. Erstes Zählen

Im Falle einer Uhr, die mit einem Rücker ausgestattet ist, wie in unserem Beispiel, ist die aktive Länge der Spirale die Länge zwischen dem Befestigungspunkt der Spirale an der Spiralrolle (Virole) und einem theoretischen Punkt, der sich zwischen dem Befestigungspunkt der Spirale am Spiralklötzchen und den Rückerstiften, in deren Nähe. Von dieser aktiven Länge hängt, in Kombination mit dem Drehmoment der Spirale und der Trägheit der Unruh, die Frequenz des Regulierorgans ab. Das erste Zählen besteht darin, mit größtmöglicher Genauigkeit die aktive Länge der Spirale für die Frequenz zu bestimmen, mit der sie schwingen soll.

8. Bestimmung des Anheftpunktes (an der Spiralrolle (Virole))

Unter Berücksichtigung der zuvor gemessenen aktiven Länge wird in diesem Schritt die Position des Anheftpunktes der Spirale an der Spiralrolle (Virole) festgelegt, also die Stelle, an der die Spirale mit dieser in Berührung kommt. Dieser Schritt ermöglicht anschließend die Formung des Hakens, der die Spirale an der richtigen Stelle an der Spiralrolle (Virole) befestigt. Nachdem der Anheftpunkt bestimmt wurde, wird das innere Ende der Spirale in einem Winkel von 60° über diesen Punkt hinaus abgeschnitten. Anschließend wird das Ende der Spirale am Anheftpunkt gebogen, um den Haken zu formen, der die Feder durch Eingreifen in die Bohrung der Spiralrolle (Virole) an dieser befestigt.

9. Aufziehen der Spirale auf die Spiralrolle (Virole)

In der industriellen Produktion wird die Spirale manchmal auf die Spiralrolle (Virole) geklebt. Traditionell, und gemäss unserem Beispiel, wird sie mit einem Stift aus Messing verstiftet. Diese Befestigungsart ermöglicht es, die Einheit später wieder zu demontieren, um insbesondere die Zentrierung der Spirale auf der Spiralrolle (Virole) zu korrigieren.

10. Zentrierung und Planlegen der Spirale auf der Spiralrolle (Virole)

Sobald die Spirale auf ihrer Spiralrolle (Virole) befestigt ist, ist es wichtig, ihre Position anzupassen und zu prüfen, dass sich ihre Windungen konzentrisch zur Unruhwelle entwickeln. Dies ist die Anpassung und Kontrolle der Zentrierung an der Spiralrolle (Virole). Man prüft ebenfalls, dass die Ebene der Spirale perfekt senkrecht zur Unruhwelle steht. Dies ist die Anpassung und Kontrolle der Planlage an der Spiralrolle (Virole).

11. Zweites Zählen

Sobald die Spirale fest mit der Spiralrolle (Virole) verbunden ist, wird ein zweites Zählen durchgeführt, mit dem die aktive Länge der Spirale und somit ihre Frequenz präziser als beim ersten Zählen bestimmt werden kann. Dieses zweite Zählen ist unerlässlich, um anschließend die Endkurve der Spirale korrekt formen zu können. Auch hier wird die aktive Länge der Spirale angepasst, indem ihre letzte Windung in der Zange der Spiralenzählmaschine gehalten wird. Diese wird verkürzt oder verlängert, bis die Nominalfrequenz möglichst genau erreicht wird.

12. Einpitonieren

Beim Einpitonieren wird das Spiralklötzchen an der Spirale befestigt. Wie bei der Spiralrolle (Virole) wird das Spiralklötzchen bei der industriellen Fertigung oft mit der Spirale verklebt. Im in unserem Video gezeigten Beispiel wird es traditionell mit einem Messingstift befestigt.

13. Konstruktion der Endkurve

Die Endkurve einer flachen Spirale verhindert, dass beim Funktionieren der Uhr die vorletzte Windung der Spirale während der Expansions-Halbschwingung an das Spiralklötzchen anschlägt. Von dem Abstand zwischen der vorletzten Windung und der Endkurve sowie von der Position der beiden Biegungen dieser letzteren hängt die korrekte Zentrierung der Spirale am Unruhkloben sowie an den Rückerstiften ab. Um diesen Winkel von 60° zu messen, legt man die Unruh mit Spirale auf eine Unterlage mit einem Winkelmesser, den man leicht durch ein Lochwerkzeug und ein winkelmässig graduiertes Papier ersetzen kann. Man misst 60° vom beim zweiten Zählen gemessenen und markierten Punkt aus in Richtung des Spiralenendes, und schneidet dann die Spirale ab. Anschliessend kann man mit Hilfe des Winkelmessers die beiden Biegungen der Endkurve formen, wobei auf deren Konzentrizität zu achten ist.

14. Dynamische Regulierung

Beim Betrieb der Uhr entwickelt sich die Spirale nicht konzentrisch zur Achse des Regulierorgans, was im Laufe der Halbschwingungen zu einer leichten Verschiebung ihres Schwerpunkts führt. Dieser Arbeitsschritt besteht darin, die Gesamtheit am Uhrwerk unter Betriebsbedingungen wieder auszubalancieren. Eine gute Dynamische Regulierung gewährleistet die Präzision der Uhr und begrenzt die Gangunterschiede zwischen den verschiedenen Tragepositionen der Uhr. Die Werte der Gänge in den 6 Lagen ermöglichen es, den eventuellen Ungleichgewichtsfehler im Betrieb zu bestimmen und ihn durch Fräsen unter dem Fusskreis der Unruh an der Stelle der Unwucht zu korrigieren.

15. Endkontrolle

Nach Abschluss der Dynamischen Regulierung erfolgt die Endkontrolle des Tagesgangs in den sechs Lagen. Gegebenenfalls wird der Gang der Uhr korrigiert (siehe „Korrektur des Tagesgangs“).

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