DIE STICHEL

Von vielen Handwerkern der Uhrmacherei verwendet (Graveure, Uhrmacher, Mikromechaniker usw.), sind die Stichel Schneidwerkzeuge. Ihre Größe, ihre Form und ihr Werkstoff variieren je nach den Besonderheiten jeder Anwendung. Ebenso können die Stichel eingespannt und direkt von der Hand des Handwerkers gehalten werden oder fest mit einer Maschine verbunden sein (Feststehender Drehstahl, Drehbank, Drehautomat, Bearbeitungszentrum, usw.).

Handstichel

In der Uhrmacherei betrifft diese Art von Stichel hauptsächlich Graveure und Uhrmacher. Das Werkzeug besteht in der Regel aus einer einfachen Metallstange (meist aus Stahl, deren Spitze gehärtet ist). Das Profil des Werkzeugs variiert je nach Verwendung und gewünschtem Schnittprofil (quadratisch, rund usw.). Die Flächen an einem der Enden dieser Stange werden in präzisen Winkeln geschliffen, um einen optimalen Schnitt des zu bearbeitenden oder zu gravierenden Metalls sowie eine effiziente Späneabfuhr zu gewährleisten. Die Griffe der Uhrmacher-Handstichel sind zylindrisch und meist aus Metall (Aluminium, Messing) oder aus Holz. Die der Graveure sind ausschließlich aus Holz und birnenförmig, um ergonomisch zwischen den Fingern (Führung des Werkzeugs) und der Handfläche (zum Schieben des Werkzeugs) des Handwerkers zu liegen.

Unabhängig von ihrem Einsatzzweck bestehen Handstichel im Allgemeinen aus Stahl, dessen Spitze gehärtet ist. Dies ermöglicht es dem Handwerker, seinen Stichel nach seinen Bedürfnissen zu formen und zu schärfen sowie ihn während der gesamten Lebensdauer des Werkzeugs zu verändern oder nachzuschärfen. Das Schärfen von Handsticheln erfolgt in der Regel mit einem Schleifgerät, und die Schnittflächen werden von Hand mit einem weicheren Stein feinbearbeitet. Das Schärfen eines Stichels erfordert häufig, das Werkzeug später erneut zu härten.

Der Uhrmacher verwendet seine Handstichel ausschließlich zum Drehen. Handstichel können an kleinen Werktisch-Drehbänken eingesetzt werden, die von einem Drehbogen angetrieben werden, oder an elektrischen Handdrehbänken (Typ 70 und 102).

Der Graveur/die Graveurin verwendet seine/ihre Stichel, um die Konturen und Linien eines in Kupferstich ausgeführten Motivs zu zeichnen.

Handstichel 1

Handstichel mit Griff

Die Maschinenstichel

Die Maschinenstichel sind ausschließlich für Drehoperationen bestimmt. Sie sind fest mit dem Kreuzschlitten einer Drehbank oder dem Werkzeughalter eines Drehautomaten oder eines Bearbeitungszentrums verbunden. Solche Stichel werden seit dem 18. Jahrhundert bei den Feststehenden Drehstählen (handbetriebene Drehbänke) der Uhrmacher/Uhrmacherinnen sowie bei den Kreuzschlitten der Handdrehbänke des Typs 70 und 102 verwendet. Die Mikromechanik hingegen greift bei allen Drehmaschinen (Drehbank, Drehautomat, Bearbeitungszentrum) auf Stichel zurück. Je nach Werkstoff der zu bearbeitenden Bauteile und deren Abmessungen können die Maschinenstichel aus verschiedenen harten und hitzebeständigen Metallen hergestellt werden, wie zum Beispiel den Schnellarbeitsstählen (hauptsächlich auf Basis von Wolfram- und Vanadiumkarbiden). In manchen Fällen und aus wirtschaftlichen Gründen wird nur eine am Ende des Drehstahls angeschraubte Platte aus dem Schneidwerkstoff hergestellt (Schnellarbeitsstahl, polykristalliner Diamant).

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