ENTMAGNETISIEREN
Entmagnetisieren bedeutet, den magnetischen Charakter eines magnetisierten Bauteils aufzuheben, um ihm einen neutralen Zustand zurückzugeben. Aufgebaut auf „Magnetismus“, einem gelehrten Begriff griechischen Ursprungs, ist das Verb das genaue Äquivalent des älteren „entmagnetisieren“, das auf „Magnet“ gebildet ist: Beide Wörter bezeichnen denselben physikalischen Vorgang, wobei entmagnetisieren eher dem technischen und wissenschaftlichen Register angehört — man verwendet es sowohl für eine Uhr als auch, historisch, für den Rumpf eines Schiffes, der Magnetminen ausgesetzt war. In der Uhrmacherkunst führt ein Uhrwerk, das magnetisiert ist, zu Fehlfunktionen: Wenn sich die Spirale magnetisiert, neigen ihre Windungen dazu, sich aneinander zu heften, die Frequenz des Oszillators zunimmt und die Uhr vorgeht, manchmal um mehrere Minuten pro Tag. Das Entmagnetisieren erfolgt mittels eines Entmagnetisierers, einer Spule, die von Wechselstrom durchflossen wird und ein oszillierendes Magnetfeld erzeugt; das Werkstück wird in die Mitte der Spule eingeführt und dann allmählich entfernt, wobei die schrittweise Abnahme des Feldes die Restmagnetisierung aufhebt. Dieser einfache und für das Uhrwerk ungefährliche Eingriff stellt oft die erste diagnostische Maßnahme bei einer Uhr dar, die ungewöhnlich vorgeht. Die Entwicklung von amagnetischen Legierungen und Spiralen, insbesondere aus Silizium, tendiert heute dazu, den Rückgriff auf diesen Vorgang einzuschränken.
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