ZWEI NEUE FILME UND ERWEITERTE FACHSEITEN
Um ein stets noch tieferes Verständnis der mechanischen Prinzipien der Uhrmacherkunst zu bieten, wurden mehrere Inhalte kürzlich auf der Online-Enzyklopädie Horopedia.org erweitert. Insbesondere die Seiten zur Schweizer Ankerhemmung und zum Regulierorgan (Unruh-Spirale) wurden ergänzt. Darüber hinaus stehen nun zwei neue Filme zur Verfügung: ein technischer Film über die industrielle Fertigung der Zugfeder und ein institutioneller Film über das Genfer Siegel.
Ein Film über die industrielle Fertigung der Zugfeder
Das Team von Horopedia hatte die Gelegenheit, mitten in eine spezialisierte Fertigungsstätte zu reisen, um die industrielle Fertigung der Zugfederzu dokumentieren.
Als wesentlicher Bestandteil des Federhauses – selbst ein Antriebsorgan der Uhr – spielt die Zugfeder eine grundlegende Rolle für die Funktion des Uhrwerks. Es handelt sich um eine lange Klinge aus Stahl mit rechteckigem Querschnitt, die spiralförmig um die Federhauswelle im Inneren der Trommel aufgewickelt ist. Ihre Funktion besteht darin, die für den Betrieb des Uhrwerks notwendige Energie zu speichern und sie anschließend nach und nach wieder abzugeben.
Entdecken Sie in diesem Film die verschiedenen Fertigungsschritte dieses Bauteils und verstehen Sie genauer seine Rolle innerhalb der kinematischen Kette des Uhrwerks.
Ein Film über das Genfer Siegel (Fondation Timelab)
1886 von der Republik und dem Kanton Genf geschaffen, ist das Genfer Siegel eines der ältesten noch gültigen Uhrmacherei-Zertifikate. Es garantiert:
- die Genfer Herkunft des Uhrwerks (im Kanton zusammengesetzt, reguliert und eingeschalt),
- die Ausführungsqualität und die Finissierung der Komponenten,
- die chronometrische und funktionale Leistung der Uhr.
Im Laufe der Jahrzehnte hat dieses Exzellenzsiegel seinen Anspruch bewahrt und sich zugleich den technologischen Entwicklungen angepasst. Der Film blickt auf seine Geschichte, seine Zertifizierungskriterien und seine zentrale Rolle bei der Verteidigung und Aufwertung des Genfer Uhrmacher, Uhrmacherin-Handwerks.
Erweiterte technische Seiten
Mehrere grundlegende Seiten der Enzyklopädie wurden ebenfalls mit neuen Schemata, Illustrationen und detaillierten Erklärungen erweitert.
Die Schweizer Ankerhemmung
Als Eckpfeiler der modernen Uhrmacherkunst seit dem 19. Jahrhundert hat sich die Schweizer Ankerhemmung aufgrund ihrer Robustheit, ihrer Präzision und ihrer industriellen Effizienz als Norm durchgesetzt. Ihre vollständige Funktionsweise wird Schritt für Schritt erklärt, mit Präzisierungen unter anderem zu den Winkeln, den Stössen, dem Zug und den Wechselwirkungen zwischen ihren Bauteilen.
Das Regulierorgan (Unruh-Spirale)
Die Seite, die dem Regulierorgan gewidmet ist, verdeutlicht die zentrale Rolle des Oszillators für die Präzision einer mechanischen Uhr. Diese aus Unruh und Spirale bestehende Einheit wird gemeinhin als Unruh-Spirale, die das Herz des Regulierorgans bildet.
Die Spirale gilt aufgrund der Komplexität ihrer Herstellung und ihres direkten Einflusses auf den Gang der Uhr als eines der empfindlichsten Bauteile des mechanischen Uhrwerks. Ihre Funktion besteht darin, den Oszillator (Unruh oder Pendel) stets zu seinem Mittelpunkt, dem sogenannten Toten Punkt, zurückzuführen, das heißt zu der Position, die er einnimmt, wenn er keine Energie mehr erhält.
Die Unruh wirkt ihrerseits als Schwungrad des Uhrwerks. Um eine möglichst hohe Genauigkeit bei gleichzeitig begrenztem Energieverbrauch zu gewährleisten, sollte sie idealerweise ein hohes Trägheitsmoment bei einer möglichst geringen Masse aufweisen.
Die Rollen, Wechselwirkungen und Funktionsprinzipien dieser Bauteile werden auf den entsprechenden Seiten ausführlicher und anschaulicher erläutert.
Mit diesen neuen Filmen und technischen Erweiterungen setzt Horopedia seine Mission fort: die Uhrmacherkultur zu dokumentieren, zu vermitteln und für alle zugänglich zu machen.
►► Durchstöbern Sie ab jetzt Horopedia.org, entdecken Sie diese neuen Inhalte und lernen Sie grenzenlos über die Welt der Uhrmacherei!
►► Um unsere pädagogischen Aktionen zu unterstützen und zur Aufwertung eines aussergewöhnlichen Know-hows beizutragen, werden Sie Mäzen! Weitere Informationen unter: https://horopedia.org/fr/cercle/
ÜBER HOROPEDIA
Die Stiftung Horopedia wurde im Februar 2023 gegründet und erhielt den Status der Gemeinnützigkeit. Der Stiftungsrat besteht aus Philippe Dufour (Präsident), Dr. Helmut Crott, André Colard und Marc André Deschoux.
Die Stiftung betreibt Horopedia.org, die erste Video-Online-Enzyklopädie zur Uhrmacherkunst. Die Plattform wurde 2022 lanciert und erhielt innerhalb der Community rasch einstimmige Unterstützung.
Bis heute finden sich auf Horopedia.org mehr als 100 mehrsprachige Dokumentarfilme über Museen, Uhrmacherschulen, uhrmacherische Werkzeuge und Bauteile sowie die mechanischen Prinzipien hinter ihrer Funktionsweise. Um ihren Bildungsauftrag zu stärken, integriert die Plattform zudem visuelle Lehrmaterialien, um ein besseres Verständnis der bereitgestellten Informationen zu erleichtern. Die Website bietet fast 1000 Seiten mit ausführlichen Definitionen von Uhrmacherbegriffen und historischen Anekdoten zu bedeutenden uhrmacherischen Erfindungen.
Horopedia.org behandelt akribisch alle Aspekte der faszinierenden Uhrenindustrie auf Französisch, Englisch und Deutsch. Die Seite bietet detaillierte Definitionen von Werkzeugen und Komplikationen, 3D-Bilder von Uhrwerken sowie ausführliche Videoerklärungen zur Herstellung der Bauteile, ihrer Geschichte und ihren Funktionen in einer Uhr. Ein eigener Bereich der Website listet uhrmacherische Institutionen auf, einschließlich Schulen und Museen in der Schweiz und weltweit.
Kürzlich hat die Stiftung ihr ambitioniertes Projekt vorgestellt: das Maison des Arts & de la Culture Horlogère (MACH). Mehr als ein Museum, wird das MACH ein lebendiger Ort der Ausstellung, Vermittlung und des Austauschs rund um die Uhrmacherkunst sein. Im Herzen des Bankenviertels gelegen, umfasst dieses Haus mit 1’250 m² wird sich über vier Stockwerke erstrecken und didaktische, thematische und chronologische Ausstellungen bieten, ergänzt durch einen Bereich für Wechselausstellungen. Die Besucher können zudem einen Shop, ein Auditorium und verschiedene interaktive Bereiche nutzen, die die Neugier wecken und die Entdeckung fördern sollen. Offen und lebendig konzipiert, hat die MACH die Vision, sich zu dem Knotenpunkt der Uhrmacherkunst in Genf zu entwickeln.
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